South America

Venezuela

Wirtschaftsprofil
Wirtschaft

Wichtige Wirtschaftszweige
Der Erdölsektor Venezuelas blieb auch 2008 weiterhin die Hauptstütze der Wirtschaft. Venezuela und dessen wirtschaftliche Entwicklung ist deshalb in starkem Maße von der Entwicklung des weltweiten Erdölpreises abhängig; diese Abhängigkeit hat in den letzten Jahren noch an Bedeutung zugenommen. Erdöl trägt mit rund 50 % zu den Staatseinnahmen, mit mehr als 75 % zum Exportwert und mit rund 25 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei (Stand: 2008). Das Land ist zudem im Besitz von mehr als der Hälfte der weltweiten Schwerstölreserven. Daneben verfügt es über relativ große Mengen an Eisen und Eisenerz, Bauxit, Phosphat und Kohle sowie über reiche Vorkommen an Diamanten und Gold. Die großen Erdgasvorräte, die Venezuela ebenfalls besitzt, sind noch nicht weitreichend entwickelt.
Bedeutende Industriezweige neben der Erdölförderung und -verarbeitung sind – allerdings mit erheblichem Abstand – die Stahl-, Eisen- und insbesondere die Aluminiumindustrie. Darüber hinaus spielt auch die Montage von Fahrzeugen eine relativ bedeutende Rolle.
Der überdimensionierte Erdölsektor führt weiterhin zu Nachteilen für die übrigen Zweige der venezolanischen Exportwirtschaft, vor allem aber für die Landwirtschaft, verarbeitete Produkte und Dienstleistungen. Die Regierung hat verschiedene Anstrengungen zur Diversifikation der Wirtschaft unternommen - bisher mit wenig Erfolg.
Der Beitrag des Agrarsektors zum Bruttosozialprodukt liegt bei nur ca. 4 % (2008), trotz der großen Möglichkeiten in diesem Bereich. Die Importquote bei Nahrungsmitteln liegt bei über 70%. Rindfleisch und Milchprodukte sind die wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgüter. Kaffee, Reis und Zucker werden fast ausschließlich für den Außenhandel produziert, Getreide für den Eigenbedarf. Aufgrund des tieferen Bolívars könnten sich Exportchancen eröffnen, weil venezolanische Agrarerzeugnisse international konkurrenzfähiger werden.
Der Anteil der Industrie am BIP beträgt 37,6 % (2008) und des Dienstleistungssektors 58,6 % (2008).

Wirtschaftslage
2003 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit -9,2% so stark wie nie zuvor. Nebst der Fortsetzung des negativen wirtschaftlichen Trends im Vorjahr war dafür vor allem die angespannte innenpolitische Situation verantwortlich. Präsident Chávez sollte durch die Lähmung der Wirtschaft - inklusive des Erdölsektors - zum Rücktritt gezwungen werden. Dieser misslungene Versuch war 2003 für mehr als die Hälfte des Rückgangs des BIP verantwortlich. Der Staatshaushalt konnte trotz hoher Erdölpreise nicht unter Kontrolle gebracht werden, das Haushaltsdefizit vergrößerte sich Ende 2003 auf 5,9 % des BIP. Daneben bestimmten auch im Jahr 2003 die Kapitalflucht, eine abwartende Haltung der Investoren und steigende Arbeitslosigkeit die Wirtschaftslage.
2005 sah die Wirtschaftslage dank der hohen Ölpreises und des guten Konsumklimas sehr positiv aus. Das BIP wuchs um 9,3 %, 2006 sogar über 10 %. Im Krisenjahr 2008 wurde noch ein Wirtschaftswachstum von knapp 5 % erreicht. Die Inflationsrate lag 2007 mit 18,7 % weiterhin sehr hoch und explodierte 2008 mit 30 %.
Die Arbeitslosigkeit betrug 2008 offiziell 7,4 %, was aber den informellen Sektor, in dem viele Menschen arbeiten, völlig außer Acht lässt.
Trotz Wachstums bleiben die Strukturprobleme der venezolanischen Wirtschaft ungelöst: Weite Bereiche der Industrie sind stillgelegt. Die Regierung plant den Ausbau staatlicher Industriebetriebe, z.B. im Bereich Petrochemie. Ferner werden Kooperativen gefördert, deren Produktivität allerdings noch nicht erwiesen ist. Ein Referendum über die Annahme einer umfassenden, von Präsident Chávez betriebenen Verfassungsreform, die u.a. die Umwandlung von Staat und Wirtschaft in ein sozialistisches Modell zum Ziel hatte, ist am 2. Dezember 2007 von einer knappen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt worden. 

Handelspartner
Die USA sind der größte Handelspartner, gefolgt von Deutschland, Italien, Japan und Brasilien.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen
Venezuela gehört der OPEC, Mercosur und der Asociación Latinoamericana de Integración an.
Umgangsformen
In Geschäftskreisen wird überwiegend Englisch gesprochen, Spanischkenntnisse sind jedoch von Vorteil. Termine sollten rechtzeitig vereinbart werden, und Pünktlichkeit wird erwartet. Visitenkarten werden ausgetauscht.

Geschäftszeiten:
Mo-Fr 08.00-18.00 Uhr mit einer ausgedehnten Mittagspause.
Kontaktadressen
Handelsabteilung der Botschaft von Venezuela
Schillstraße 9-10, D-10785 Berlin
Tel: (030) 832 24 00.

Deutsch-Venezolanische Industrie- und Handelskammer (CAVENAL)
Centro COINASA, Piso 4, Avda. San Felipe, La Castellana, VE-Caracas
Tel: (02 12) 277 38 11.
Internet: www.cavenal.org

Lateinamerikanische Handelskammer in der Schweiz
c/o DPS Communications, Gessnerallee 28, CH-8001 Zürich
Tel: (044) 699 54 47.
Internet: www.latcam.ch

Federación Venezolana de Cámaras y Asociaciones de Comercio y Producción (FEDECAMARAS)
Apdo. 2568, Edificio Fedecàmaras, Piso 5, Pent-House 2, Avenida El Empalme, Urb El Bosque, VE-Caracas
Tel: (02) 731 17 11.
Internet: www.fedecamaras.org.ve
Konferenzen/Tagungen
Die größeren Hotels haben Konferenzeinrichtungen.
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