Südostasien

Thailand

Wirtschaftsprofil
Wirtschaft
Wichtige Wirtschaftszweige
Nach asiatischen Maßstäben ist Thailand ein relativ wohlhabendes Land. Der traditionell bedeutendste Wirtschaftszweig Landwirtschaft wurde vom Industriesektor abgelöst.
Zu den landwirtschaftlichen Erzeugnissen zählen Reis (Thailand ist der größte Reisexporteur der Welt), Zucker, Maniok, Mais, Gummi, Baumwolle und Tabak. Die Fischerei spielt ebenfalls eine große Rolle. Die Forstwirtschaft muss sich von dem übermäßigen Abholzen der Teakwälder in den letzten Jahrzehnten erst wieder erholen, die Regierung plant die Aufforstung. In der Zwischenzeit floriert der Holzhandel mit Myanmar, das dringend auf Devisen angewiesen ist.
Der bedeutendste Bodenschatz Thailands ist Zinn, die Einnahmen durch den Abbau dieses Metalls sind jedoch stark zurückgegangen, seit der Hauptumschlagplatz für Zinn zusammenbrach. Erfolgversprechend ist die Entdeckung von Erdgas in den Küstengewässern.
Im Dienstleistungssektor ist vor allem die Bedeutung des Tourismus in den letzten 20 Jahren ständig gestiegen (2000 kamen über 9,5 Mio. Besucher, 2003 waren es 10 Millionen und 2004 rund 12 Millionen Besucher). Auch als Finanzzentrum wird Thailand immer bedeutender.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) entsteht zu 43,3 % im Dienstleistungsbereich, 45,1 % in der Industrie und zu rund 11,6 % in der Landwirtschaft (Stand: 2008). Der Tourismus mit 6 % Anteil am BIP ist die wichtigste Devisenquelle.
Stark zunehmende Investitionen hatten eine größere Nachfrage für Maschinen und Ausrüstungen zur Folge und belebten den Handel ganz beträchtlich. Zu den wichtigsten Industriebereichen gehören: Nahrungsmittelverarbeitung, Textilindustrie, Elektrotechnik, Kraftfahrzeugbau, die petrochemische Industrie und die Eisen- und Stahlherstellung.

Wirtschaftslage
Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise schlägt in Thailand seit 2008 deutlich zu Buche. Hauptgrund für den Rückgang des Wirtschaftswachstums 2008 auf 2,6 % (
2007: 4,9 %, 2006: 5,2 %) ist die erhebliche Exportabhängigkeit der thailändischen Wirtschaft und das Wegbrechen wichtiger internationaler Absatzmärkte, vor allem in den USA, Japan, der EU und China. Der Finanzsektor ist von der Weltwirtschaftskrise weniger betroffen, da man hier die Lehren aus der Asien-Krise von 1997 gezogen und Immobilienspekulationen vermieden hatte. Einen massiven Einbruch erlebte der Tourismus Ende 2008, als Demonstranten, die der damaligen Regierung kritisch gegenüber standen, den Bangkoker internationalen Flughafen besetzten.
Die Inflationsrate stieg 2008 auf 5,5 %. 2007 betrug sie noch 2,2 %. Die Arbeitslosenquote lag 2007 und 2008 konstant bei 1,4 %.

Wirtschaftspolitik
Für die Regierung unter Premierminister Abhisit stehen die Stabilisierung der durch die internationale Finanzkrise angeschlagenen Wirtschaft und die Wiedergewinnung des internationalen Vertrauens im Vordergrund. Im ersten und zweiten Halbjahr wurden deshalb zwei umfangreiche Konjunkturprogramme verabschiedet. Darunter befinden sich Verkehrsinfrastrukturprojekte, insbesondere der Ausbau des Bangkoker Nahverkehrssystems und des landesweiten Schienennetzes, sowie diverse Bewässerungsprojekte und Projekte zur alternativen Energiegewinnung. Als Handelsnation bekennt sich Thailand zum freien Handel, und die regierung Abhisit ist gegen protektionistische Lösungsansätze zur Überwindung der globalen Finanzkrise.

Handelspartner
Die wichtigsten Handelspartner sind die USA, Japan, China (VR), Singapur und die EU-Länder.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen
Thailand ist aktives Mitglied des ASEM-Prozesses sowie einer Reihe regionaler (Wirtschafts)organisationen wie ASEAN, der regionalen Freihandelszone AFTA und APEC und unterstützt die möglichst zügige Verwirklichung einer großen AFTA-Freihandelszone. Thailand sieht sich wegen seiner Stabilität, wirtschaftlichen Kompetenz und geographischen Lage in einer Führungsrolle bei der Stärkung der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN als Antwort auf die kraftvolle Entwicklung Chinas und dessen Aufnahme in die Welthandelsorganisation (WTO).
Umgangsformen
Geschäftsleute in gehobenen Positionen sprechen zumeist Englisch, in kleineren Firmen sowie Betrieben außerhalb des Industriegürtels von Bangkok kann es jedoch Kommunikationsprobleme geben. Visitenkarten sind erforderlich. Vorherige Terminvereinbarung ist üblich.

Geschäftszeiten:
Mo-Fr 09.00-17.00 Uhr. Manche Büros haben samstags halbtags geöffnet.
Behörden: Mo-Fr 08.30-12.00 und 13.00-16.30 Uhr.
Kontaktadressen
Handelsabteilung der Botschaft von Thailand
Petzowstraße 1, D-14109 Berlin
Tel: (030) 805 00 40.

German-Thai Chamber of Commerce
25th Floor, Empire Tower 3, 195 South Sathorn Road, Yannawa, Sathorn, Bangkok 10120
Tel: (662) 670 06 00.
Internet: www.gtcc.org

Handelsabteilung der Botschaft von Thailand
Kopalgasse 47, A-1110 Wien.
Tel: (01) 748 50 20.

Thailändische Botschaft
Kirchstrasse 56, CH-3097 Bern/Liebefeld
Fax: (031) 970 30 35 (nur schriftliche Anfragen).

Department of Export Promotion
22/77 Rachadapisek Road, Chatuchak, Bangkok 10900
Tel: (02) 511 50 66.
Internet: www.thaitradefair.com
Konferenzen/Tagungen
Das Bangkok Convention Centre ist das größte Kongresszentrum des Landes, es gibt jedoch im ganzen Land zahlreiche Konferenzlokalitäten (einschließlich Hotels).
Zu den Mitgliedern der Thailand Incentive and Convention Association zählen Hotels, Fluggesellschaften, Verlagshäuser, Werbeagenturen, Kreuzfahrtgesellschaften, Reisebüros, Rechtsanwälte und Banken. Der Verband veröffentlicht Broschüren sowie ein Jahreshandbuch und bietet Planungshilfen.

Thailand Incentive and Convention Association (TICA)
99/7 The Legacy Vipawadee Building, Soi Ladprao 8, Lardprao Road, Lardyao, Chatuchak, Bangkok 10900
Tel: (02) 938 65 90-3.
Internet: www.tica.or.th
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