Wasser › › ›
Der größte Teil der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt dennoch ist Wasser eine der wichtigsten Ressourcen unserer Erde, denn nur 0,3 % der weltweiten Wasservorräte sind als Trinkwasser verfügbar.
Zur Ermittlung des absoluten Trinkwasserverbrauchs werden folgende Verbraucher einbezogen: Bürogebäude (incl. der am Umweltmanagementsystem beteiligten Unternehmen), Terminals, Wohnungen, div. Hallen, Hotels, Gastronomie, div. Läden, Tankstelle, Tower, Waschplätze, Flugzeugenteisung, Flächenenteisung, Wasserversorgung der Flugzeuge, Springbrunnen, Grünanlagen, Parkhäuser und Klimaanlagen.
Das Aufkommen an Abwasser steht in direktem Zusammenhang mit dem Verbrauch von Trinkwasser und ist jährlichen Schwankungen unterworfen.
Bestimmte Abwässer müssen vor der Einleitung ins städtische Schmutzwassernetz aufbereitet werden (Indirekteinleitung). Zwei- bis sechsmal jährlich werden diese Abwässer der Indirekteinleitung seitens der Stadt Langenhagen überprüft. Die Proben werden durch ein von der Stadt beauftragtes Labor analysiert. Diese Berichte werden von den Gewässerschutzbeauftragten ebenfalls begutachtet. Zudem werden bei Verdachtsmomenten eigeninitiativ Untersuchungen des Abwassers durchgeführt.
Regenrückhaltebecken und Gräben
Die Gewässerqualität wird durch wöchentliche Messungen im Rahmen des Gewässerüberwachungsprogramms überprüft. Das Überwachungsprogramm besteht seit Oktober 2001. Die Messdaten werden dokumentiert und stehen sowohl der Wasserwirtschaft als auch den Gewässerschutzbeauftragten zur Verfügung.
Die Häufigkeit der Kontrolle der Gewässer durch Begehungen erfolgt in Abhängigkeit von der Wetterlage und Enteisungssituation, so dass die Kontrollen während der Winterperiode häufiger durchgeführt werden.
Flugzeugenteisung
Damit ein Flugzeug sicher starten kann, muss es im Winter enteist werden. Durch Eis erhöht sich das Gewicht aber auch bewegliche Teile können durch Eis blockiert werden.
Bei der Flugzeugenteisung wird ein heißes Glykol-Wasser-Gemisch auf die Maschinen aufgetragen. Das abtropfende Wasser wird in Hannover seit 2001 zu 100% aufgefangen, zur Kläranlage Langenhagen geleitet oder als Kohlenstoffträger verwertet. Von der Flugzeugenteisung geht somit keine Gewässerbelastung aus.
Flächenenteisung
Am Hannover Airport werden innovative Bodenfilteranlagen eingesetzt. Ziel ist die Reinigung von belastetem Oberflächenwasser, welches in der Folge der Enteisung der Flugverkehrsflächen entsteht.
Die Bewegungsflächen, d.h. Vorfelder, Zurollbahnen und die Nordbahn werden auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen mit einem Kalium-Formiat-Produkt enteist. Das Produkt vermischt sich mit dem Niederschlagswasser und wird über die Regenwasserkanalisation den neuen Behandlungsanlagen zugeführt.
Formiat ist das derzeit umweltfreundlichste Produkt, da es in Fließgewässern zu der vergleichsweise niedrigsten Belastung führt. Durch den Bau der Bodenfilteranlage wird zudem die verbleibende Formiatbelastung biologisch abgebaut.
Es gibt zurzeit 3 Anlagenstandorte. Hier wird das Enteisungsabwasser der Nordbahn, von Zurollwegen und von Teilen des zentralen Vorfeldes gereinigt. Die Einzugsgebietsfläche ist etwa 3,0 km² groß. Die Anlagen selbst haben eine Fläche von etwa 10.000 m² (200 m x 500 m) je Standort. 2005 wurde die erste Anlage im Nordosten gebaut und mit Erfolg in Betrieb genommen. 2007 folgten die beiden weiteren Standorte westlich der Nordbahn.
Die Anlagen bestehen aus drei Verfahrensstufen:
- Das Abscheidebecken, in dem sedimentierbare Stoffe entfernt werden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, Leichtstoffe (z.B. Kerosin) abzuscheiden. Die Abscheidebecken haben eine Oberfläche von ca. 200 m².
- Danach wird das Wasser in Speicherbecken geführt. Diese dienen zur optimalen Beschickung der eigentlichen Bodenfilter. Außerdem werden hier, je nach Niederschlagsereignis, die unterschiedlich hohen Wassermassen gespeichert. Alle Anlagen haben je vier Speicherbecken mit einem Gesamtvolumen von 52.000 m³.
- Der Bodenfilter an sich besteht aus 8 Filterbeeten mit insgesamt 10.300 m² Oberfläche. Die Filterbeete bestehen aus verschiedenen, insgesamt ca. 1,2 m starken Bodenschichten und Schilfpflanzen. Der Filtersand wird vertikal von oben nach unten durchströmt. Das Wasser wird mit einem Pumpwerk auf die Filterbeete in Intervallen oberflächlich aufgetragen und am Grund der Filter mittels entsprechender Drainagen gefasst. Der Abbau der Inhaltsstoffe erfolgt durch Mikroorganismen, die sich im Bodensubstrat und im Wurzelraum der Schilfpflanzen ansiedeln. Das gereinigte Wasser wird in die flughafennahen Gewässer Mühlengraben und Scheidegraben eingeleitet.
Ergänzt wird die Anlage durch eine umfangreiche Mess- und Regelungstechnik. Sie stellt sicher, dass die Filterbeete optimal bewirtschaftet und die behördlich vorgegebenen Ablaufwerte sicher eingehalten werden.
Die Kosten für alle Anlagen zusammen betragen etwa 12 Mio. Euro. Wegen des wegweisenden innovativen ökologischen Konzeptes wurde die Gesamtmaßnahme von der EU mit 1 Mio. Euro gefördert.

- Bodenfilteranlage - Probenentnahme
Die Inbetriebnahme wurde wissenschaftlich von der Uni Hannover und dem Büro aquaplaner begleitet. Anlage und Betriebsweise wurden ständig weiter optimiert.
Der Reinigungsgrad ist weitaus besser als behördlich gefordert.








