Geräuscharme Flugzeuge › › ›
Uns ist klar: Im Luftverkehr werden sich Lärmbelastungen nie gänzlich vermeiden lassen. Auch wenn die Zahl der Flugbewegungen in den vergangenen Jahren zugenommen hat, reduzierte sich die Intensität des einzelnen Fluglärmereignisses. Dies ist in erster Linie auf die Entwicklung und den Einsatz immer geräuschärmerer Triebwerksmuster zurückzuführen. Diese Verbesserung ist nicht zuletzt auch ein Verdienst der Flughafenbetreiber, die mit ihrer lärmdifferenzierten Flughafenentgeltpolitik dafür gesorgt haben, dass Fluggesellschaften, die leiseres Fluggerät einsetzen, finanzielle Vorteile haben. Ein Vergleich der Landegebühren zeigt, dass Fluggesellschaften, deren Maschinen zur lautesten Kategorie gehören, bis zu 600% der Gebühren zahlen, die für Maschinen der leisesten Kategorie (ICAO Annex 16, Chapter 3) zu zahlen sind.
Klassifizierung der Flugzeuge
Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO - eine Unterorganisation der Vereinten Nationen - hat im Annex 16 Grenzwerte für die Musterzulassung von Strahlflugzeugen festgelegt. Je nach Zulassungsjahr werden die Strahlluftfahrzeuge in drei Klassen (Chapter) eingeteilt, die erhebliche Geräuschunterschiede aufweisen:
Non-Annex: umfaßt Flugzeuge, deren Musterzulassung vor 1970 erteilt wurde (z.B. Boeing B 707)
Chapter 2: dazu gehören Jets, deren Musterzulassung zwischen 1970 und 1978 erfolgte (z.B. Boeing B 747-200)
Chapter 3: umfaßt Jets, die nach 1978 ihre Musterzulassung erhielten (z.B. Airbus A 310)
Das Bundesverkehrsministerium veröffentlicht zusätzlich eine Bonusliste, in der die bei Start und Landung besonders leisen Chapter 3-Flugzeuge aufgeführt sind.
Ausmusterung geräuschintensiver Flugzeuge
Chapter 3-Jets und Propellerflugzeug machen heute mehr als 98 % des Flugaufkommens in Hannover aus.
Durch Beschlüsse der Europäische Union wurden zum 31.03.2002 Chapter 2-Flugzeuge aus dem Verkehr genommen (EG-Richtlinie 92/14 EWG, LuftVO § 11c). Chapter 1-Flugzeuge verkehren bereits länger nicht mehr in Hannover.
Funktionsweise älterer und moderner Triebwerke
Die charakteristischen Triebwerksgeräusche, entstehen durch das Zusammentreffen des heißen Abgasstrahls mit der kälteren Außenluft. Moderne Triebwerke dämpfen die Geräuschentwicklung durch den sogenannten Mantelluftstrom. Der größte Teil der angesaugten Luft strömt um das Triebwerk herum und umhüllt den Abgasstrahl. Somit wird die Geräuschentwicklung beträchtlich reduziert.
Reduzierung der Lärmfläche
Die Lärmfläche (auch "Lärmteppich" oder "Footprint" genannt) ist der Bereich, der beim Starten oder Landen eines Flugzeugs von einer bestimmten Geräuschimmission betroffen ist. Dank der Weiterentwicklung der Flugzeugtechnik kommt es zu einer anhaltenden Reduzierung der Lärmfläche.
Vergleicht man eine Boeing 727 (Chapter 2) mit einem Airbus 320 (Chapter 3), so hat sich der Lärmteppich beim Start [85 dB(A)] im Verhältnis 1:9 und bei der ohnehin geräuschärmeren Landung im Verhältnis 1:8 reduziert. Der Lärmteppich von 85 dB(A) eines landenden Flugzeugs ist dadurch beispielsweise von 3,2 km² auf 0,4 km² geschrumpft.






