Guatemala › › ›

Reise- und Sicherheitsinformationen
Guatemala
Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 26.09.2013
Unverändert gültig seit: 18.09.2013
Landesspezifische Sicherheitshinweise Kriminalität In Guatemala besteht eine erhöhte Gefährdung Reisender durch Kriminalität. Erpressungen, Entführungen und besonders bewaffnete Raubüberfälle sind weit verbreitet. Die Mordrate gehört – trotz eines leichten Rückgangs in den letzten Jahren – immer noch zu den höchsten der Welt. Überfälle werden außer auf Einzelpersonen auch auf öffentliche Busse und gelegentlich auf die vielfach angebotenen privaten Shuttle-Transporte zwischen den touristischen Zentren verübt. Gelegentlich werden Straftaten auch durch uniformierte Sicherheitskräfte bzw. Personen in Uniform begangen. Neben der allgemeinen Straßenkriminalität ist Guatemala Schauplatz von gewaltsamen Auseinandersetzungen unter Drogenkartellen sowie zwischen Drogenkartellen und den staatlichen Sicherheitskräften, bei denen es immer wieder auch zivile Opfer gibt. Die Hemmschwelle beim Einsatz von Gewalt ist sehr niedrig. Informieren Sie sich jeweils lokal, ob es in der Gegend Orte gibt, die nicht aufgesucht werden sollten. Bei Reisen in allen Landesteilen Guatemalas ist besondere Vorsicht angeraten (nächtliche Reisen vermeiden, nicht alleine reisen, abgelegene Strecken meiden, Vorsicht bei Geldautomaten, beim Tanken und beim Verlassen von Supermärkten, Banken und Einkaufszentren). Das höchste Risiko besteht in Guatemala-Stadt, aber auch in kleineren Städten und in den Touristenzentren wie Flores, Tikal und am Atitlán-See ist erhöhte Vorsicht geboten. Antigua und Quetzaltenango gelten als relativ sicher, aber auch hier kommt es zu Überfällen. Die Vulkane Acatenango, Santa Maria und Agua sind immer wieder Schauplätze krimineller Übergriffe auf Touristengruppen. Bei der Polizeistation in Antigua kann Polizeibegleitung für die Besteigung dieser Vulkane angefordert werden, was empfohlen wird. Waffen sind weit verbreitet. Grundsätzlich muss von der Bereitschaft zum Waffeneinsatz ohne Vorwarnung ausgegangen werden. Der Täter sollte daher nicht durch Widerstand herausgefordert werden. Die geforderten Gegenstände (Handys, Wertsachen, Gepäck, Pkw etc.) sollten zügig und ruhig herausgegeben werden. Ratsam ist es auch, stets einen kleineren Geldbetrag mit sich zu führen. Landesweit kommt es vermehrt zu Kredit- und EC-Kartenbetrug, sowohl bei der Benutzung an Geldautomaten als auch beim Bezahlen. Es wird empfohlen, nur Geldautomaten zu benutzen, die durch Kameras, Bankpersonal etc. überwacht werden. Wird die Karte beim Abheben vom Automaten einbehalten, kann es sich um einen Betrugsversuch handeln. In jedem Fall sollte sich der Betroffene zuerst mit seiner Bank in Verbindung setzen. Beim Bezahlen sollte die Kreditkarte nur vor den Augen des Inhabers benutzt werden. Es wird zudem empfohlen, regelmäßig die Kontobewegungen zu überprüfen. Bei den meisten Banken kann eine Versicherung zur Erstattung des Geldbetrages bei Kartenmissbrauch abgeschlossen werden. Im Betrugsfall ist eine Anzeige bei der guatemaltekischen Polizei und der Staatsanwaltschaft angebracht. In Bars und Discotheken kommt es gelegentlich zur Anwendung von K.O.-Tropfen in offenen Getränken, um die handlungsunfähige Person anschließend auszurauben. Es wird empfohlen, Reisedokumente (Pässe, Flugtickets u. ä.) an einem sicheren Platz (z.B. im Hotelsafe) aufzubewahren und Kopien der wichtigsten Unterlagen (Pass, Tickets etc.) zu fertigen, um sich ggfs. ausweisen zu können. Die Deutsche Botschaft empfiehlt dringend, vor der Einreise bzw. unmittelbar danach Kopien der Reisedokumente (Pass, Flugschein, Reisekrankenversicherung) und Kontaktdaten von Familie oder Freunden in Deutschland an die Deutsche Botschaft (Fax: +502  23652270, E-Mail: info@guat.auswaertiges-amt.de ) zu senden. Guatemala-Stadt Von der Benutzung der  roten Stadtbusse und den Bussen "Transurbano" wird dringend abgeraten. Die Benutzung der grünen Stadtbusse („Transmetro") gilt als relativ sicher. Auf öffentliche Busse werden immer wieder Überfälle verübt. Dutzende von Busfahrern, aber auch Passagiere, haben iin den vergangenen Jahren dabei ihr Leben verloren. Überfälle auf Fußgänger und Autofahrer finden auch am helllichten Tag statt, oft sogar im dichten Berufsverkehr und werden in der Regel von mehreren bewaffneten Tätern gemeinsam begangen. Auch das Geschäfts- und Ausgehviertel „Zona Viva", in dem sich die meisten Hotels und Restaurants befinden, ist nicht sicher. Mehrere Banden haben sich auf den Raub von Mobiltelefonen spezialisiert. Auch beim Abheben von Geld in Banken und an Bankautomaten ist besondere Vorsicht angezeigt. Reisen über Land Überlandbusse sind vermehrt das Ziel bewaffneter Banden geworden. Die öffentlichen Busse sind zumeist in schlechtem technischem Zustand, so dass beträchtliche Unfallgefahr besteht. Sie sollten während der Reise in Überlandbussen und in den Busbahnhöfen ständig auf Ihr Gepäck achten und es möglichst nicht auf das Dach des Busses verladen lassen. Zu den wichtigsten Touristenzentren fahren von der Hauptstadt und von Antigua aus besser gewartete Reise- und Kleinbusse im Rahmen der von Reisebüros organisierten Touren, aber auch auf diese Busse werden Überfälle verübt. Von Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch im eigenen PKW oder Mietwagen, wird abgeraten, nicht nur wegen der Kriminalität, sondern auch wegen erhöhter Unfallgefahr u. a. durch unbeleuchtete Fahrzeuge oder Hindernisse auf der Straße. Gruppenreisende können und sollten vor Reiseantritt über die guatemaltekische Tourismusbehörde INGUAT (Tel. +502 2421 2810) ihre Reiseroute abklären und Sicherheitsbegleitung gegen Übernahme der Unkosten anfordern. Auch Alleinreisende können sich jederzeit an INGUAT wenden, die in allen größeren touristischen Orten Büros hat und deren Mitarbeiter in der Regel sehr hilfsbereit sind. Sonstige Hinweise Innenpolitische Unruhen sind nicht auszuschließen. Im Rahmen von Demonstrationen kommt es gelegentlich – auch auf dem Land – zu Straßenblockaden. Vor dem Fotografieren bzw. Filmen der einheimischen Bevölkerung (Mayas) sollte man sich der Zustimmung der abzubildenden Personen versichern. Das Fotografieren von Kindern sollte generell unterbleiben. Hier kommt es immer wieder zu Missverständnissen (Kinderraub etc.) mit der Gefahr, dass die einheimische Bevölkerung aggressiv reagiert. Naturkatastrophen Vulkane sollten nur mit landeskundiger Begleitung und/oder in Gruppen bestiegen werden. Bei der guatemaltekischen Tourismusbehörde INGUAT (Tel.: +502 2421 2810) kann hierfür Polizeischutz angefordert werden. Guatemala liegt in der durch Wirbelstürme gefährdeten Zone (Wirbelsturmsaison ca. Juni bis November). Durch Erdbeben kann es immer wieder zu Straßensperren kommen.