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Urlaubsorte & Ausflüge
In Zusammenarbeit mit deutschen Fremdenverkehrsorganisationen wurden folgende gemeinsame Tourismusstrategien erstellt: 1994 wurde die Burgenstraße – in Deutschland eine der traditionsreichsten Ferienrouten, die an über 50 Burgen vorbei führt – in Anknüpfung an den historischen Handelsweg zwischen Nürnberg und Prag bis auf böhmisches Gebiet erweitert: Cheb, Loket, das berühmte westböhmische Bäderdreieck, Schloss Kozel, Horovice, Karlstein und Prag zählen zu den Stationen auf dieser Route. Der »Goldene Ring«, eine touristische Route, die Böhmen und das benachbarte Ostbayern verbindet, besteht aus drei geschichtsträchtigen Wegstrecken.
Prag
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Prag spielte schon immer eine wichtige historische und kulturelle Rolle in Europa und diese geschichtliche Vergangenheit hat die tschechische Hauptstadt klar geprägt. Das »Goldene Prag« wird auch die »Stadt der hunderttausend Türme« genannt. Malerisch an der Vltava (Moldau) gelegen, bietet das Stadtbild eine beeindruckende Symbiose verschiedener architektonischer Stilepochen. Romanische Rotunden wechseln sich mit gotischen Türmen und Pavillons im Renaissancestil ab, Barockkirchen stehen neben Jugendstilbauwerken und kubistischen Statuen. Das historische Stadtzentrum wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die namhafte Karlsuniversität, eine der ältesten Universitäten Mitteleuropas, wurde 1348 von Karl VI. gegründet. In der Nationalgalerie sowie in zahlreichen weiteren Galerien und Ausstellungssälen kann man das umfangreiche Angebot faszinierender Werke der bildenden Künste bewundern. Das Nationaltheater, in einem wunderschönen historischen Gebäude untergebracht, ist nur eine der vielen guten Bühnen der Stadt. Prag hat drei Opernhäuser. Die »Prager Philharmoniker« und das jährliche internationale Musikfestival »Prager Frühling« sind allen Freunden der klassischen Musik ein Begriff. Auf einem Hügel links der Vltava erhebt sich das Viertel Hradcany (Hradschin) mit der berühmten Prager Burg. Sie bietet einen wunderschönen Ausblick auf Prag. Zum gesamten Komplex der Burg gehören der Veitsdom, in dem die meisten der böhmischen Königshäupter begraben liegen, der Alte Königspalast im gotischen Stil, die Basilika, das romanische St.-Georgskloster und der Lobkowicz-Palast, der aus der Renaissance stammt und heute die Geschichtsabteilung des Nationalmuseums beherbergt. Unweit davon liegt das Goldene Gässchen, in dem auch Franz Kafka zeitweilig lebte. Der barocke Wallfahrtsort Loreta (Loretoheiligtum), eine Kopie des italienischen Casa Santa, ist das Werk der Dientzenhöfer. Der Königliche Garten mit dem Lustschloss Belvedere ist eines der schönsten Beispiele der böhmischen Renaissance. Der Blick über die Vltava, über die die mittelalterliche Karlsbrücke führt, zeigt das altehrwürdige Stadtzentrum von Prag. Auf dem Altstädter Ring steht das Rathaus aus dem Jahr 1338. An der Südseite des Rathauses befindet sich die Astronomische Uhr aus dem frühen 15. Jahrhundert. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die dreischiffige Tynkirche (Teynkirche) aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, der gotische Stadtpalast Haus an der Steinglocke und das Kinsky-Palais (Rokoko). Die barocke St.-Nikolaus-Kirche befindet sich im Stadtteil Malá Strana. Im Viertel Josefov befand sich bis 1896 das jüdische Ghetto. Heute kann man hier den jüdischen Friedhof, die Synagoge, die zu den ältesten Europas zählt, das jüdische Rathaus (16. Jh.) sowie fünf weitere Synagogen besichtigen. Auf dem Wenzelsplatz in der Neustadt, einem lang gestrecktem Boulevard, begann 1989 der passive Widerstand, der in der Samtenen Revolution endete. Hier steht auch das Nationalmuseum und das Denkmal des Nationalheiligen Wenzel. Das neue Rathaus, die Jesuitenkirche St. Ignatius und die Abtei und Kirche Na Slovanech sind ebenfalls sehenswert. Ein beliebtes Ausflugsziel in der Nähe Prags ist z. B. die Stadt Kutná Hora mit dem einzigartigen gotischen Dom der Hl. Barbara (ebenfalls ein UNESCO-Weltkulturerbe), die Burgen Karlstejn und Krivoklát und das Schloss Konopiste.
Kurbäder
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Karlovy Vary (Karlsbad) ist das bekannteste Kurbad (13 Thermalquellen). Die Liste berühmter Kurgäste umfasst u.a. Johann Wolfgang v. Goethe, Friedrich Schiller, den russischen Zar Peter den Großen, Johann Sebastian Bach und Otto v. Bismarck. Sehenswert sind die Moser-Glasbläserei, die sich am Stadtrand befindet, und die Brezova-Porzellanfabrik (Museum). Im Sommer finden in Karlovy Vary internationale Filmfestspiele statt. Mariánské Lázne, Frantiskovy Lázne und Lázne Jáchymov (Joachimsthal) sind weitere Kurstädte dieser Region. Ceske Budejovice (Budweis) ist eine südböhmische Stadt, in welcher 1832 die erste Eisenbahn auf dem europäischen Kontinent fuhr. Die Altstadt besteht aus vielen Renaissance- und Barockhäusern. Die Budvar-Brauerei ist ein weiterer Anziehungspunkt für Besucher. Cesky Krumlov (UNESCO-Weltkulturerbe), südlich von Ceske Budejovice, bezaubert durch seine historischen Bauwerke. Die St.-Veits-Kirche zählt zu den wertvollsten Baudenkmälern der böhmischen Gotik. Das Schloss kann sich in seiner Pracht und Größe durchaus mit der Prager Königsburg messen. Hier befindet sich die einmalige Bildersammlung des österreichischen Expressionisten Egon Schiele.
Böhmen
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Die bezaubernde Berg-, Seen- und Waldlandschaft der Tschechischen Republik ist ganzjährig ideal für alle Freiluftaktivitäten, jedoch vor allem Wintersport. In 30 Bergregionen gibt es Wintersportzentren. Die Gletscherseen Cerné jezero (Schwarzsee) und Certovo jezero (Teufelssee) gehören zu den reizvollsten Gebieten des Naturparks Sumava (Böhmerwald). In dieser Region gibt es schöne, klare Wildbäche, ruhige Täler, ausgedehnte Wälder und eine einzigartige Flora und Fauna. Zahlreiche Häuser im rustikalen Barockstil (Ursprungsort, 19. Jahrhundert) sind hier zu entdecken. Prachatice gehört zu den besterhaltenen Kleinstädten im Böhmerwald. Zu den über 100 Sehenswürdigkeiten gehören das alte Stadthaus aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, einige Kaufmannshäuser aus der gleichen Periode und die Überreste der alten Stadtbefestigung.
Nur eine eineinhalbstündige Bahnfahrt von Prag entfernt liegen die malerischen Hügel Westböhmens (Západní Cechy). Hier befindet sich das berühmte Kurort-Dreieck Mariánské Lázne, Frantiskovy Lázne und Karlovy Vary (s. Kurbäder). Auch die Stadt Cheb (Eger) mit einem mittelalterlichen Marktplatz liegt hier. In ihrem berühmten Stadthaus (Museum), wurde 1634 Albrecht von Waldstein ermordert. Die westböhmische Stadt Plzen (Pilsen) gab ihren Namen dem wohl berühmtesten Getränk der Welt. Pilsner Bier wird hier seit dem Mittelalter gebraut. Plzen (s. Rundreisen) ist die zweitgrößte Stadt Böhmens und Sitz der Skoda-Werke. In der schönen Gegend Südböhmens (Jizní Cechy) dürfen die attraktiven, teils mittelalterlichen Städte Tábor, Trebon, Jindrichuv Hradec, Cesky Krumlov (UNESCO-Weltkulturerbe), das Schloss Hluboká und Prachatice nicht unerwähnt bleiben. Da Böhmens Hauptwasserweg, die Vltava, größtenteils durch Südböhmen fließt, bietet die landschaftliche Vielfalt den besten Schauplatz für viele Schlösser und Burgen. Nordböhmen (Severní Cechy) war schon vor dem Fall des Kommunismus mit Umweltproblemen konfrontiert. Der nahezu komplette Schwund der Wälder wurde durch die nahe gelegenen Braunkohleminen und Industriewerke verursacht. Dennoch hat auch dieser Teil der Tschechischen Republik seine Reize, wie z. B. die natürliche Schönheit des Sandsteingebirges (Ceské Svycarsko) oder die Stadt Litomerice deutlich machen. Ostböhmen (Vychodní Cechy) bietet sowohl weitläufige Ebenen als auch die höchsten Berge des Landes. Die Berge von Krkonose (Riesengebirge) und Orlicke Hory (Adlersgebirge) werden im Winter zum Paradies für Skifahrer und im Sommer für Wanderer und Mountainbiker. Die Temperaturen schwanken im Sommer zwischen 19-30°C und rutschen im Winter bis auf -20°C ab. Das Riesengebirge, der höchste Gebirgszug Böhmens, steht unter Naturschutz. Die Märchenfigur Rübezahl (Krakonos) ist hier zu Hause. Die Landschaft ist zu jeder Jahreszeit attraktiv, Wander- und Wintersportmöglichkeiten sind ausgezeichnet. Natürliche Labyrinthe, erloschene Vulkane, Schlammvulkane und hervorragende Felsvorsprünge für begeisterte Kletterer gibt es hier in Hülle und Fülle. Die beliebtesten Kletterorte sind die Felsen bei Prachov und die Tepolice-Adrspach-Formationen in Ostböhmen und Labe in Nordböhmen.
Morawien (Mähren)
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Brno: Die bekannte Messestadt Brno (Brünn) wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Die Burg Spilberk ist auch heute noch das hoch gelegene Wahrzeichen der Stadt. Ebenfalls auf einem Hügel liegt der St.-Peter-und-Pauls-Dom. Sehenswert ist auch die gotische Augustinerkirche. Dem benachbarten Augustinerkloster stand einst Gregor Johann Mendel, Entdecker der Vererbungsgesetze, als Prior vor. Von September bis Oktober findet alljährlich ein Musikfest statt. Während des ganzen Jahres werden in Brno zahlreiche internationale Messen abgehalten. Die Rennstrecke, auf der jedes Jahr im Juli der Motorrad Grand Prix ausgetragen wird, ist ebenfalls hier zu finden. Die historische und kulturelle Metropole Mährens ist von einer malerischen Landschaft umgeben und eignet sich als Ausgangspunkt für Ausflüge ins mährische Weinland. Nordöstlich der Stadt liegt Moravsky krás, ein Gebiet um Blansko, in dem sich große Kalksteinhöhlen befinden. Nordwestlich befindet sich die gotische Burg Pernstejn, die genauso aussieht, wie man sich eine mittelalterliche Burg vorstellt, und die einstündige Zugfahrt entlang des Svratkatales ist eine eindrucksvolle Erfahrung. Nur 20 km östlich von Brno liegt Slavkov (Austerlitz), wo die Drei-Kaiser-Schlacht von 1805 stattgefunden hat.
Zwei weitere Städte südwestlich von Brno sollte man unbedingt besuchen: Moravsky Krumlov mit der Mucha Gallerie, in der die 20 großartigen Bilder Slovanska epopej (das slawische Epos) zu bestaunen sind, und Bucovice, in dessen Burg sich der bekannte zajeci sal (Hasensaal) befindet, der mit Wandmalereien von sich an Menschen und Hunden rächenden Hasen geschmückt ist.
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Morawien ist die östlichste Provinz der Tschechischen Republik. Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl finden Urlauber hier eine friedliche und erholsame Atmosphäre. Die nordöstlich von Brno gelegene wundervoll erhaltene Barockstadt Kromeriz (Kremsier) gilt vor allem unter Kunstfreunden als Geheimtipp. Das erzbischöfliche Schloss beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung: Lucas Cranach, Pieter Brueghel, Anthonis van Dyck und Tizian sind in der prächtigen Barockanlage vertreten. Die kopfsteingepflasterte Straßen und Barockbrunnen der hübschen Universitätsstadt Olomoucs (Olmütz) laden zu einem Stadtbummel ein. Der Ort liegt inmitten der weiten Hana-Ebene und ist von Obstgärten und Weinbergen umgeben. Diese Region ist von großer landwirtschaftlicher Bedeutung, in vielen Dörfern kann man Ende September herrliche Erntefeste erleben.
In der östlich gelegenen Vysocina (Böhmisch-mährisches Hochland) liegen die Städte Telc (ein UNESCO-Weltkulturerbe) und Slavonice, zwei der besten Beispiele für Renaissancestädte in Europa. Telc und das Zamec (Burg) wurden nach dem Brand von 1530 komplett wiederaufgebaut, mittelalterliche Arkaden umgeben den Marktplatz mit seinen Giebelhäusern. Eine weitere alte Stadt ist das auf einer Silbermine errichtete Slavonice. Im etwa 40 km nordöstlich von Jihlava gelegenen Zdar nad Sazavou befindet sich ein Zisterzienserkloster mit einer Wallfahrtskirche, die dem sv Jan Nepomucky (Hl. Johannes Nepomuk) gewidmet ist. Sie wurde von dem in Prag geborenen Giovanni Santini gestaltet, einem der größten Künstler der tschechischen Gegenreformation, der auf eine sehr humorvolle Art gotische und barocke Formen vereinte. Im nahe gelegenen Ostrov nad Oslavou gestaltete er ein wie ein ’W“ geformtes hostinec (Gasthaus) zu Ehren eines Architektenkollegen, und die Dorfkirche in Obyctov, die wie eine Schildkröte aussieht, eines der eher obskuren Symbole der Jungfrau Maria.
Das Gebiet zwischen den kleinen Winzerstädten Lednice und Valtice war einst im Besitz der Großfürsten von Liechtenstein. Mehrere beeindruckende Burgen, herrlich gestaltete Parks sowie zahlreiche kleine Seen und Wälder liegen auf einer Fläche von 250 qkm verstreut. Im Westen ist besonders das Gebiet zwischen Znojmo und Vranov am Fluss Dyji (Thaya) einen Besuch wert, dieses unberührte Flusstal ist heute ein Nationalpark, der sich zu beiden Seiten der österreichischen Grenze erstreckt.
Im äußersten Norden des Landes befinden sich die Jeseniky Berge, der östliche Arm der böhmischen Krkonose. Lazne Jesenik ist eines der vielen berühmten im 19. Jahrhundert gegründeten Kurbäder. Diese Region mit ihren Felsgegenden, Höhlen und Denkmälern eignet sich hervorragend zum Wandern. Östlich von Ostrava liegt die hügelige Region Beskydy, die sich durch Polen bis in die Ukraine erstreckt. Hier leben die Vlachs (Wallachen), deren Kultur immer noch in zahlreichen Traditionen und in der Architektur zu finden ist. Diese Region ist traumhaft zum Wandern und für Wintersport. Das eindrucksvolle, 1925 gegründete Freiluftmuseum skansen (Volksmuseum) in Roznov pod Radhostem ist das größte seiner Art im ganzen Land, ein Weiteres befindet sich in Velke Karlovice. Wallachische Architektur findet man in den südlichen Dörfern des Vsetinska Becva Tales, wie z.B. Bzove, Jezerne und Ratkov.