Libyen › › ›

Reise- und Sicherheitsinformationen
Libyen
Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 26.11.2013
Unverändert gültig seit: 21.11.2013
Reisewarnung Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Libyen. Die Lage im ganzen Land, insbesondere in der Cyrenaika im Osten und im gesamten Süden, ist weiterhin unübersichtlich. Bewaffnete Auseinandersetzungen finden vereinzelt weiterhin statt und sind jederzeit möglich.  Mitte November 2013 ist es in Tripolis zu bewaffneten Übergriffen durch Milizen gegen friedliche Demonstranten gekommen. In den vergangenen Monaten kam es zu verschiedenen Sicherheitsvorfällen, bei denen auch gezielt ausländische beziehungsweise internationale Einrichtungen oder Repräsentanten angegriffen wurden. Es konnte außerdem ein starker Anstieg aller Arten der Allgemeinkriminalität, vor allem in den großen Städten, festgestellt werden, von der zunehmend Ausländer betroffen sind. Es handelt sich in erster Linie um Wohnungseinbrüche, bewaffneten Raub und das sogenannte "car-jacking", das vorwiegend auf hochwertige Fahrzeuge und Geländewagen/Sport Utility Vehicles (SUV) zielt. Für deutsche Staatsangehörige gilt unverändert, dass sie sich nicht in Libyen aufhalten sollen. Dies gilt für ganz Libyen und vor allem für die Cyrenaika mit den Städten Bengasi und Derna im Osten sowie den Fezzan im Süden des Landes. Besonders in den südlichen und südwestlichen Grenzregionen mangelt es weitgehend an staatlicher Kontrolle. Diese sollten gemieden werden.   Zeitlich begrenzte Aufenthalte, etwa zur Wahrnehmung unaufschiebbarer Aufgaben oder geschäftlicher Kontakte, können in begründeten Einzelfällen in enger Abstimmung mit der Deutschen Botschaft in Betracht gezogen werden. Bei der Planung sollten die aktuelle, regional unterschiedliche Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen beachtet werden. Grundlage der Reise sollte ein tragfähiges professionelles Sicherheitskonzept sein, wenn möglich in Zusammenarbeit mit einem vertrauenswürdigen libyschen Partner oder einer in Libyen akkreditierten Sicherheitsfirma. Es wird insbesondere empfohlen, Demonstrationen und Menschenansammlungen weiträumig zu meiden. Während und nach dem Freitagsgebet wird dringend geraten, öffentliche Plätze zu meiden. Es wird empfohlen, bei unaufschiebbaren Reisen nach Libyen möglichst schon vor Abreise mit der Deutschen Botschaft oder dem Auswärtigen Amt Verbindung aufzunehmen und sich mit den geplanten Aufenthaltsdaten in die Deutschenliste (Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://service.diplo.de/registrierungav) einzutragen. Konsularische Hilfe kann derzeit nur in sehr begrenztem Rahmen geleistet werden. Die staatlichen Sicherheitsorgane sind nicht funktionsfähig und können grundsätzlich keinen ausreichenden Schutz garantieren oder Hilfe leisten. Regierungstreue, aber auch unabhängige Brigaden sichern Teile der öffentlichen Ordnung, sind jedoch nicht ausgebildet und wenig berechenbar. Jeder Aufenthalt in Libyen erfolgt auf eigene Verantwortung. Anfragen zu Libyen können an das Auswärtige Amt Berlin, Telefon +49 30 5000 0 gerichtet werden. Dringende Sicherheitshinweise In den nordafrikanischen und den südlich an die Sahara grenzenden Ländern besteht eine erhöhte Gefahr terroristischer Gewaltakte, gezielter Entführungen und krimineller Übergriffe; sowohl kriminelle Banden als auch Al-Qaida im Maghreb (AQM) suchen derzeit gezielt nach Ausländern zum Zwecke der Entführung. In Algerien, Niger, Mali und Mauretanien kam es auch in jüngster Zeit zu Entführungen. Es ist, wie aktuelle Hinweise bestätigen, jederzeit mit weiteren Entführungen westlicher Staatsangehöriger zu rechnen. Gerade auch deutsche Staatsangehörige sind einer deutlich ansteigenden Anschlags- und Entführungsgefahr ausgesetzt. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in entlegene oder nicht hinreichend durch wirksame Polizei- oder Militärpräsenz gesicherte Gebiete der Sahara, ihrer Randbereiche und der Sahelzone eindringlich ab. Deutlich erhöhte Anschlags- und Entführungsrisiken bestehen u.a. für Ziele, an denen regelmäßig westliche Staatsangehörige verkehren. In einigen Gebieten, insbesondere in der Sahel-Sahara-Region, sind Sport- und Kulturveranstaltungen wie Wüsten-Rallyes oder Musikfestivals mit erheblichen Anschlags- und Entführungsrisiken verbunden. Die Sicherheitsrisiken für Reisende differieren von Land zu Land und sind regelmäßig selbst innerhalb eines Landes unterschiedlich zu bewerten. Das Auswärtige Amt rät daher dringend, immer auch die landesspezifischen Sicherheitshinweise zu beachten.