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Reise- und Sicherheitsinformationen
Tschad
Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 26.11.2013
Unverändert gültig seit: 21.11.2013
Landesspezifische Sicherheitshinweise Nach der Entführung von sieben französischen Staatsangehörigen in der Nähe der Stadt Dabanga und des Nationalparks Waza im nördlichen Kamerun, somit in unmittelbarer Nähe der Grenzen zu Nigeria und zum Tschad, am 19. Februar 2013, sowie eines weiteren französischen Staatsangehörigen am 13.11. in Mokolo/Nord-Kamerun  besteht ein erhöhtes Sicherheits- bzw. Entführungsrisiko in den an Kamerun angrenzenden Teilen des Tschad. Ebenso besteht ein hohes Sicherheitsrisiko im Grenzgebiet zu Nordost-Nigeria und zu Niger im Gebiet des Tschadsees. Es wird daher vor Reisen in die Region des Tschadsees sowie in dem Grenzgebiet zwischen Tschad und Kamerun gewarnt. Ausgenommen hiervon sind die Stadtgebiete von N'Djamena und Bongor. Von nicht zwingend erforderlichen Reisen in alle anderen Grenzregionen der Republik Tschad wird dringend abgeraten. Bei Reisen in den Norden Kameruns, z. B. auch Kurzreisen vom Gebiet der Republik Tschad aus, wird dringend empfohlen, die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für Kamerun zu beachten. Das Auswärtige Amt fordert alle Deutschen in Tschad auf, besondere Vorsicht walten zu lassen. Registrierung bei der Deutschen Botschaft/Nothilfe Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich allen deutschen Staatsangehörigen, sich in die Deutschenliste („Krisenvorsorgeliste") einzuschreiben: Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://service.diplo.de/registrierungav Die Deutsche Botschaft N'Djamena kann Nothilfe für Deutsche nur in eingeschränktem Umfang leisten. Sie nimmt darüber hinaus keine weiteren Rechts- und Konsularaufgaben wahr und erteilt auch keine Visa: Für beides ist die deutsche Botschaft in Jaunde/Kamerun zuständig. Sog. Schengen-Visa können jedoch bei der französischen Botschaft in N'Djamena beantragt werden Innenpolitische Lage und Situation an den Landesgrenzen Die politische Lage im Tschad selbst ist stabil. Seit einem gescheiterten Putschversuch Anfang Februar 2008 ist es weder zu politischen Unruhen, noch zu politisch oder religiös motivierten Anschlägen gekommen. Entführungen oder Anschläge durch dschihadistische Terrorgruppen haben sich im Tschad bisher nicht ereignet. Nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Tschad und Sudan und der Annäherung im Jahre 2010 hat sich das politische Verhältnis zwischen beiden Ländern zwar entspannt, von Reisen in die Grenzregion zu Sudan wird aufgrund der dortigen Sicherheitslage jedoch dringend abgeraten. Überfälle auf außerhalb der Städte verkehrende Fahrzeuge sind häufig; im Falle der Gegenwehr muss mit Gewaltanwendung (Schusswaffengebrauch) gerechnet werden. In der Zentralafrikanischen Republik kommt es auch nach dem Machtwechsel Ende März 2013 zu Übergriffen durch Rebellen und marodierende Banden. Tschadische Truppen sichern die Grenze und haben im Dezember 2012 und März 2013 Operationen auf dem Territorium der Zentralafrikanischen Republik durchgeführt. Ein Übergreifen der Unsicherheit in der Zentralafrikanischen Republik auf den Tschad ist jedoch unwahrscheinlich. An den Grenzen zu Nigeria und Niger (Provinzen Lac und Kanem) sowie insbesondere im Gebiet um den Tschad-See muss mit der Präsenz von bewaffneten Personen gerechnet werden, die der nigerianischen islamistischen Terrororganisation „Boko Haram" oder anderen islamistischen Terrorgruppen zuzurechnen ist. Die Grenze zu Libyen ist derzeit geschlossen. Ein Grenzübertritt ist nicht möglich; von Reisen in die Grenzgebiete in den Regionen Borkou, Ennedi und Tibesti wird dringend abgeraten Sicherheitslage in der Hauptstadt N'Djamena Auch wenn die tschadische Hauptstadt, ebenso wie das Land insgesamt, von dschihadistisch motivierten Anschlägen und Entführungen bislang verschont geblieben ist, kann das Risiko von Verschleppungen und Gewaltakten auch in N'Djamena nicht ausgeschlossen werden. Beim Besuch westlich geprägter Örtlichkeiten (Restaurants, Hotels, Bars) und öffentlicher Plätze ist Umsicht geboten. Nachts steigt das Risiko krimineller Überfälle stark an, insbesondere in den peripheren Stadtbezirken (Raubüberfälle, „car-napping"). Bei Überfällen ist im Falle der Gegenwehr mit hoher Gewaltbereitschaft zu rechnen. Anweisungen der Sicherheitskräfte sollte grundsätzlich Folge geleistet werden, da vereinzelt mit Überreaktionen und willkürlicher Gewaltanwendung durch die Sicherheitskräfte gerechnet werden muss. Reisen im Land Reisen im Land sind mit erheblichen Risiken verbunden. Im Norden des Landes gibt es ausgedehnte Minenfelder. Touren durch die Sahara (Tibesti, Ennedi, Borkou) sind daneben mit erheblichen Verkehrs- und Gesundheitsrisiken verbunden. Es besteht landesweit ein hohes Risiko, auf Überlandfahrten Opfer von Gewaltkriminalität (insbesondere von sog. „coupeurs de routes", d.h. Straßenräubern) zu werden. Daneben besteht landesweit ein erhebliches Unfallrisiko, auch in der Hauptstadt N'Djamena. Nächtliche Überlandfahrten sollten unbedingt vermieden werden. Bei Unfällen mit Personenschäden muss mit Aggressionen gerechnet werden. Medizinische Versorgung ist nicht bzw. nur in unzureichendem Maße gegeben. Die Versorgung mit Kraftstoff ist nicht überall gewährleistet. Es wird dringend zum Abschluss einer Reise-Rückhol-Versicherung („Luftrettung") geraten. Bei Besuchen in den nördlichen Regionen wird die Mitnahme eines Satelliten-Telefons empfohlen. Fotografieren benötigt eine besondere schriftliche Erlaubnis (s. u.), stößt jedoch selbst bei Vorliegen dieser Erlaubnis im gesamten Land auf erhebliche kulturelle und Sicherheits-Vorbehalte. Das Fotografieren von militärischen Einrichtungen, Regierungsgebäuden, Flughäfen und anderen „strategischen Einrichtungen" sollte unbedingt unterlassen werden. Privat-Personen reagieren häufig aggressiv, wenn sie ohne vorherige Einwilligung fotografiert werden. Reisewarnung Nach der Entführung von sieben französischen Staatsangehörigen in der Nähe der Stadt Dabanga und des Nationalparks Waza im nördlichen Kamerun, somit in unmittelbarer Nähe der Grenzen zu Nigeria und zum Tschad, am 19. Februar 2013, sowie eines weiteren französischen Staatsangehörigen am 13.11. in Mokolo/Nord-Kamerun  besteht ein erhöhtes Sicherheits- bzw. Entführungsrisiko in den an Kamerun angrenzenden Teilen des Tschad. Ebenso besteht ein hohes Sicherheitsrisiko im Grenzgebiet zu Nordost-Nigeria und zu Niger im Gebiet des Tschadsees. Es wird daher vor Reisen in die Region des Tschadsees sowie in dem Grenzgebiet zwischen Tschad und Kamerun gewarnt. Ausgenommen hiervon sind die Stadtgebiete von N'Djamena und Bongor. Von nicht zwingend erforderlichen Reisen in alle anderen Grenzregionen der Republik Tschad wird dringend abgeraten. Bei Reisen in den Norden Kameruns, z. B. auch Kurzreisen vom Gebiet der Republik Tschad aus, wird dringend empfohlen, die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für Kamerun zu beachten. Das Auswärtige Amt fordert alle Deutschen in Tschad auf, besondere Vorsicht walten zu lassen. Registrierung bei der Deutschen Botschaft/Nothilfe Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich allen deutschen Staatsangehörigen, sich in die Deutschenliste („Krisenvorsorgeliste") einzuschreiben: Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://service.diplo.de/registrierungav Die Deutsche Botschaft N'Djamena kann Nothilfe für Deutsche nur in eingeschränktem Umfang leisten. Sie nimmt darüber hinaus keine weiteren Rechts- und Konsularaufgaben wahr und erteilt auch keine Visa: Für beides ist die deutsche Botschaft in Jaunde/Kamerun zuständig. Sog. Schengen-Visa können jedoch bei der französischen Botschaft in N'Djamena beantragt werden Innenpolitische Lage und Situation an den Landesgrenzen Die politische Lage im Tschad selbst ist stabil. Seit einem gescheiterten Putschversuch Anfang Februar 2008 ist es weder zu politischen Unruhen, noch zu politisch oder religiös motivierten Anschlägen gekommen. Entführungen oder Anschläge durch dschihadistische Terrorgruppen haben sich im Tschad bisher nicht ereignet. Nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Tschad und Sudan und der Annäherung im Jahre 2010 hat sich das politische Verhältnis zwischen beiden Ländern zwar entspannt, von Reisen in die Grenzregion zu Sudan wird aufgrund der dortigen Sicherheitslage jedoch dringend abgeraten. Überfälle auf außerhalb der Städte verkehrende Fahrzeuge sind häufig; im Falle der Gegenwehr muss mit Gewaltanwendung (Schusswaffengebrauch) gerechnet werden. In der Zentralafrikanischen Republik kommt es auch nach dem Machtwechsel Ende März 2013 zu Übergriffen durch Rebellen und marodierende Banden. Tschadische Truppen sichern die Grenze und haben im Dezember 2012 und März 2013 Operationen auf dem Territorium der Zentralafrikanischen Republik durchgeführt. Ein Übergreifen der Unsicherheit in der Zentralafrikanischen Republik auf den Tschad ist jedoch unwahrscheinlich. An den Grenzen zu Nigeria und Niger (Provinzen Lac und Kanem) sowie insbesondere im Gebiet um den Tschad-See muss mit der Präsenz von bewaffneten Personen gerechnet werden, die der nigerianischen islamistischen Terrororganisation „Boko Haram" oder anderen islamistischen Terrorgruppen zuzurechnen ist. Die Grenze zu Libyen ist derzeit geschlossen. Ein Grenzübertritt ist nicht möglich; von Reisen in die Grenzgebiete in den Regionen Borkou, Ennedi und Tibesti wird dringend abgeraten Sicherheitslage in der Hauptstadt N'Djamena Auch wenn die tschadische Hauptstadt, ebenso wie das Land insgesamt, von dschihadistisch motivierten Anschlägen und Entführungen bislang verschont geblieben ist, kann das Risiko von Verschleppungen und Gewaltakten auch in N'Djamena nicht ausgeschlossen werden. Beim Besuch westlich geprägter Örtlichkeiten (Restaurants, Hotels, Bars) und öffentlicher Plätze ist Umsicht geboten. Nachts steigt das Risiko krimineller Überfälle stark an, insbesondere in den peripheren Stadtbezirken (Raubüberfälle, „car-napping"). Bei Überfällen ist im Falle der Gegenwehr mit hoher Gewaltbereitschaft zu rechnen. Anweisungen der Sicherheitskräfte sollte grundsätzlich Folge geleistet werden, da vereinzelt mit Überreaktionen und willkürlicher Gewaltanwendung durch die Sicherheitskräfte gerechnet werden muss. Reisen im Land Reisen im Land sind mit erheblichen Risiken verbunden. Im Norden des Landes gibt es ausgedehnte Minenfelder. Touren durch die Sahara (Tibesti, Ennedi, Borkou) sind daneben mit erheblichen Verkehrs- und Gesundheitsrisiken verbunden. Es besteht landesweit ein hohes Risiko, auf Überlandfahrten Opfer von Gewaltkriminalität (insbesondere von sog. „coupeurs de routes", d.h. Straßenräubern) zu werden. Daneben besteht landesweit ein erhebliches Unfallrisiko, auch in der Hauptstadt N'Djamena. Nächtliche Überlandfahrten sollten unbedingt vermieden werden. Bei Unfällen mit Personenschäden muss mit Aggressionen gerechnet werden. Medizinische Versorgung ist nicht bzw. nur in unzureichendem Maße gegeben. Die Versorgung mit Kraftstoff ist nicht überall gewährleistet. Es wird dringend zum Abschluss einer Reise-Rückhol-Versicherung („Luftrettung") geraten. Bei Besuchen in den nördlichen Regionen wird die Mitnahme eines Satelliten-Telefons empfohlen. Fotografieren benötigt eine besondere schriftliche Erlaubnis (s. u.), stößt jedoch selbst bei Vorliegen dieser Erlaubnis im gesamten Land auf erhebliche kulturelle und Sicherheits-Vorbehalte. Das Fotografieren von militärischen Einrichtungen, Regierungsgebäuden, Flughäfen und anderen „strategischen Einrichtungen" sollte unbedingt unterlassen werden. Privat-Personen reagieren häufig aggressiv, wenn sie ohne vorherige Einwilligung fotografiert werden. Dringende Sicherheitshinweise In den nordafrikanischen und den südlich an die Sahara grenzenden Ländern besteht eine erhöhte Gefahr terroristischer Gewaltakte, gezielter Entführungen und krimineller Übergriffe; sowohl kriminelle Banden als auch Al-Qaida im Maghreb (AQM) suchen derzeit gezielt nach Ausländern zum Zwecke der Entführung. In Algerien, Niger, Mali und Mauretanien kam es auch in jüngster Zeit zu Entführungen. Es ist, wie aktuelle Hinweise bestätigen, jederzeit mit weiteren Entführungen westlicher Staatsangehöriger zu rechnen. Gerade auch deutsche Staatsangehörige sind einer deutlich ansteigenden Anschlags- und Entführungsgefahr ausgesetzt. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in entlegene oder nicht hinreichend durch wirksame Polizei- oder Militärpräsenz gesicherte Gebiete der Sahara, ihrer Randbereiche und der Sahelzone eindringlich ab. Deutlich erhöhte Anschlags- und Entführungsrisiken bestehen u.a. für Ziele, an denen regelmäßig westliche Staatsangehörige verkehren. In einigen Gebieten, insbesondere in der Sahel-Sahara-Region, sind Sport- und Kulturveranstaltungen wie Wüsten-Rallyes oder Musikfestivals mit erheblichen Anschlags- und Entführungsrisiken verbunden. Die Sicherheitsrisiken für Reisende differieren von Land zu Land und sind regelmäßig selbst innerhalb eines Landes unterschiedlich zu bewerten. Das Auswärtige Amt rät daher dringend, immer auch die landesspezifischen Sicherheitshinweise zu beachten.