Vietnam › › ›

Wirtschaftsprofil
Wirtschaft
Wichtige Wirtschaftszweige
Wie in den Jahren zuvor hatte der Industriesektor den größten Anteil am Wirtschaftswachstum. Anteile am BIP haben 2008 zu 39,9 % Industrie und Bau, zu 38,1 % der Dienstleistungsbereich und zu 22 % die Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft erwirtschaftet.
Allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2004 wuchs der Industriesektor um 10 %. Der Dienstleistungssektor wuchs im gleichen Zeitraum um 7 % und die Landwirtschaft trotz des Ausbruchs der Vogelgrippe um immerhin 2,3 %.
Aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Situation in den letzten zehn Jahren konnte über ein Drittel der Bevölkerung aus der Armut befreit werden. Zu dieser Verbesserung trugen entscheidend der wachsende Dienstleistungssektor und die zunehmende Kommerzialisierung der landwirtschaftlichen Produktion bei.

Wirtschaftslage
Die schrittweise durchgeführte Erneuerungspolitik seit den 1990er Jahren, die von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft führen sollen, haben dem Land hohe wirtschaftliche Wachstumsraten beschert (2007: 8,5 %, 2006: 8,2 %). Eine im Frühjahr 2008 offensichtlich gewordenen Überhitzung der vietnamesischen Volkswirtschaft hat sich inzwischen wieder entspannt, da die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen (restriktive Geldpolitik, Budgetdisziplin, flexiblere Wechselkurspolitik u.a.) Wirkung gezeigt haben. Im Ergebnis ist die Inflationsrate (2008: 20 %) 2009 spürbar zurückgegangen und liegt nach Schätzung des IWF 2009 nur knapp über 10 %. Im Jahr der beginnenden Weltwirtschaftskrise betrug das BIP-Wachstum immerhin noch 6,2 % (2008). Die Krise erreichte Vietnam mit einiger Verzögerung.
Motoren des Wirtschaftswachstums sind eine kräftige Binnennachfrage, enorme Steigerungen der Exporterlöse und massive staatliche Investitionen.

Wirtschaftspolitik
Im Zusammenhang mit ungebrochen hoher politischer und sozialer Stabilität hat sich Vietnam damit als „emerging market" mit günstigen kurz- bis mittelfristigen Aussichten positionieren können. Gleichzeitig hat aber auch die Notwendigkeit zugenommen, langfristig angelegte Strukturreformen anzupacken. Bei diesen Herausforderungen, zu denen die Umstrukturierung der defizitären Staatsbetriebe, die Modernisierung des Finanz- und Bankensektors sowie der Aufbau einer effizienten Verwaltung und rechtsstaatlicher Strukturen gehören, müssen traditionelle Interessengruppen überwunden werden. Im Zuge der Entwicklung zu einer Marktwirtschaft ist seit 2006 die deutliche Absicht der Regierung erkennbar, das Problem der unterschiedlichen Behandlung von staatlichen und privaten sowie ausländischen und einheimischen Unternehmen anzugehen.

Handelspartner
USA, China (VR), Japan, Singapur, Taiwan, Südkorea, Australien, Thailand, Deutschland

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen
Vietnam ist Mitglied der Asiatischen Entwicklungsbank und Mitglied der WTO (seit Januar 2007) sowie Unterzeichner des ASEAN-Freihandelsabkommens.
Umgangsformen
Anzüge werden nur bei sehr formellen Anlässen erwartet. In Geschäftskreisen wird wenig Englisch gesprochen, gute Französischkenntnisse sind nützlicher.

Geschäftszeiten:
Mo-Fr 08.00-12.30 und 13.00-16.30 Uhr, Sa 08.00-12.30 Uhr.
Kontaktadressen
Handelsabteilung der Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam
Elsenstraße 3, D-12435 Berlin
Tel: (030) 53 63 01 08.

Deutsche Auslandshandelskammer in Vietnam
DIHK Vietnam Representative Office
1303 Vietcombank Tower, 198 Tran Quang Khai Street, Hoan Kiem District, Hanoi
Tel: (04) 825 14 20.
Internet: www.vietnam.ahk.de

Handelsabteilung der Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam
Felix-Mottl-Straße 20, A-1190 Wien
Tel: (01) 36 80 75 60.

Vietnam Chamber of Commerce and Industry (VCCI) (Industrie- und Handelskammer)
4th Floor, 9 Daoduyanh Street, Hanoi.
Tel: (04) 574 39 85.
Internet: www.vcci.com.vn