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Gesundheit
Erforderliche Impfungen
KranheitBesondere VorsichtImpfnachweis
Essen & Trinken5-
Malaria4-
Typhus & Polio3Nein
Cholera2
Gelbfieber1
Vorsichtsmaßnahmen
Bilharziose-Erreger kommen in manchen Teichen und Flüssen vor. Herdförmiges Vorkommen im Norden und Osten, im Mato Grosso und Amazonasbecken. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Während des Sommers muss im Süden Brasiliens, insbesonders in den Bundesstaaten Rio de Janeiro und Sao Paulo, wieder mit neuen Ausbrüchen von Dengue-Fieber gerechnet werden. Im Norden besteht ein ganzjährigen Risiko; dort sind vor allem die Staaten Ceara, Bahia, Maranhao, Paraiba, Pernambuco und Piaui betroffen. Schutz vor tag- und nachtaktiven Überträgermücken beachten.  Allein im Frühjahr 2013 wurden extrem hohe Fallzahlen von Dengue-Fieber registriert. 

Landesweit tritt die durch Insekten verursachte Filariose auf. Ein Insektenschutz reduziert die Übertragungsgefahr.

Empfohlener Impfschutz gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über einem Monat auch Hepatitis B. Vorkommen von Hepatitis B vor allem im Amazonasbecken.

HIV/Aids ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Leishmaniose kommt landesweit, besonders aber in der Küstenregion vor. Auch hier empfiehlt sich ein Insektenschutz.

Epidemische Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis kommen vor allem in den Slums der östlichen Großstädte vor. Um sich zu schützen, sollte man sich impfen lassen und große Menschenansammlungen meiden.

Fälle der Pest sind vereinzelt im Nordosten in Bahia und Paraiba aufgetreten. Der Schutz vor Ratten und Flöhen durch sichere Schlafplätze und häufigeres Wäschewechseln sowie das Fernhalten von bereits Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr. Bei beruflich in Pestgebieten Tätigen empfiehlt sich die prophylaktische Einnahme von Antibiotika.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind vor allem in den Bundesstaaten Maranhão und Pará Flughunde ("Vampire"), aber auch Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Gesundheitsvorsorge
Die medizinische Versorgung im Lande ist, soweit es sich um die größeren Städte handelt, mit der in Europa zu vergleichen. Sie ist auf dem Lande jedoch vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch problematisch. Deutsch-, französisch- oder englischsprachige Ärzte sind in allen größeren Städten zu finden. Die deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen auf Wunsch Listen der ihnen bekannten deutsch- und englischsprachigen Ärzte zur Verfügung. Das Hauptkrankenhaus in São Paulo ist das Hospital das Clinicas. Die Kosten der medizinischen Behandlungen sind hoch.

Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen.
Gesundheitszeugnis
Für eine Arbeitserlaubnis sind ein Gesundheitszeugnis sowie ein negativer HIV-Test in deutscher und portugiesischer Sprache erforderlich.
Aktueller Hinweis
Dengue: Aus der Küstenregion von Sao Paulo wird eine Dengue-Epidemie mit ca. 1.000 bestätigten Fällen und 7 Toten gemeldet. Stark betroffen sind auch die Stadt Ribeirao Preto (ca. 300 km nördlich von Sao Paulo) sowie die Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Mato Grosso do Sul im Süden des Landes. Da es keine Impfung gibt, wird Reisenden empfohlen, sich über wirksamen Mückenschutz eingehend zu informieren.

Gelbfieber: 2009 wurden 43 Gelbfieber-Erkrankungen mit 16 Todesfällen in den Bundesstaaten Sao Paulo und Rio Grande do Sul registriert. Impfschutz bei Reisen ins Landesinnere dringend empfohlen; das gilt auch für Städte sowie für den Iguazú-Nationalpark.
Hinweis
[1] Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die älter als neun Monate sind und innerhalb von sechs Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO ausgewiesenen Infektionsgebiet einreisen, sofern sie nicht im Besitz einer ärztlichen Bescheinigung sind, die bestätigt, dass eine Kontraindikation vorliegt. Ausgenommen sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht verlassen haben. Der Impfung muss bei der Reise mindestens 10 Tage zurückliegen.

Unabhängig von den offiziellen Impfbestimmungen wird eine Gelbfieber-Impfung vom Auswärtigen Amt beim Besuch in jedem Gelbfiebergebiet von Brasilien dringend angeraten. Zu diesen Gebieten zählen die Hauptstadt Brasilia sowie Acra, Amapá, Amazonas, Distrito Federal, Goiás, Iguazu-Wasserfälle, Maranhão, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Roraima, Pará, Rondônia, Tocantis und bestimmte Regionen von Minas Gerais, Bahia, Espirito Santo, Parana, Piaui, Rio Grande so Sul, Santa Catarina und Sao Paulo sowie im Dreiländerdreieck im Grenzgebiet zu Paraguay und in den angrenzenden argentinischen Provinzen entlang des Uruguay.

[2]
Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist für die Einreise nicht erforderlich, das Risiko einer Infektion besteht jedoch. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen. Die Infektionsgebiete liegen in den Staaten Alagoas, Bahia, Paraíba, Pernambuco und Sergipe.

[3]
Typhus kommt vor. Eine Impfung wird bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten empfohlen.

[4]
Die weniger gefährliche Malaria-Art Plasmodium vivax und die gefährlichere Form Plasmodium falciparum herrschen vor. Es gibt weitaus mehr Infizierungen mit Plasmodium vivax als mit Plasmodium falciparum. Die weniger häufig vorkommende Form Plasmodium falciparum ist gegen Chloroquin- und Sulfadoxin/Pyrimethamin äußerst resistent. Empfohlen wird der Impfstoff Mefloquine.

In den Amazonasgebieten sowie in den Bergbau- und Agrargebieten und in den Provinzen Amapá (im Norden und im Jari-Tal), Rondonia (im Norden und Nordwesten)und Roraima (im Westen) besteht ein hohes Malariarisiko. Malariaschutz ist ebenfalls ganzjährig erforderlich in den meisten bewaldeten Gebieten unter 900 m, in einigen ländlichen Gegenden der Bundesstaaten Acre (in den Tallagen und entlang des Highways zwischen Tarauacá und Cruzeiro), Amazonas, Maranhão (der westliche Teil), Mato Grosso (der nördliche Teil), Pará (außer Belém-Stadt) und Tocantins (vor allem nördliche und zentrale Araguaia-Region und in einigen südlichen Bezirken) sowie am Stadtrand von Boa Vista, Macapá, Manaus, Maraba, Pôrto Velho, Rio Branco und Santarém.

[5]
Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Milch ist außerhalb der Stadtgebiete nicht pasteurisiert und sollte abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser weiterverarbeiten. Einheimische Milchprodukte außerhalb der Städte vermeiden. Fleisch- oder Fischgerichte sollten nur gut durchgekocht und heiß serviert gegessen werden. Den Genuss von Schweinefleisch, Mayonnaise und Salat am besten vermeiden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.