Südamerika

Chile

Reise- und Sicherheitsinformationen
Chile
Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 21.05.2016
Unverändert gültig seit: 20.05.2016
Landesspezifische Sicherheitshinweise In der Umgebung von Temuco (VIII. und IX. Region) kommt es derzeit verstärkt zu gewaltsamen Ausschreitungen. Gelegentlich werden dort auch Fahrzeuge angegriffen und Fernstraßen gesperrt. Die Polizei rät, nachts (20:00 bis 08:00 Uhr) keine Fernstraßen in der IX. Region und Umgebung zu befahren. Besucher sollten aufmerksam sein, sich zu Fuß möglichst nicht allein und vor allem auch nicht nachts bewegen und sich bei Übergriffen defensiv verhalten. Der Besuch ärmerer Wohnviertel, ohne ortskundige Begleitung, sollte vermieden werden. Im ganzen Land kommt es immer wieder zu Demonstrationen, auch mit gewaltsamen Ausschreitungen, im Zusammenhang mit innenpolitischen Auseinandersetzungen. Reisenden wird geraten, sich von eventuellen Protest- und anderen gewaltsamen Aktionen im Land fernzuhalten, ggf. Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter aufzunehmen und die weitere Entwicklung in den Medien bzw. vor Ort verfolgen. Ausländern, die sich an den Demonstrationen beteiligen und/oder in ihrem Umfeld festgenommen werden, droht die Abschiebung. 2014 ist es vornehmlich im Großraum Santiago wiederholt zu Sprengstoffanschlägen gekommen. Diese richteten sich in der Mehrheit gegen Bankautomaten und Einrichtungen des staatlichen Sicherheitsapparats, betrafen in Einzelfällen aber auch den öffentlichen Nahverkehr und führten zu Personenschäden. Die Polizei hat seither die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Reisenden wird empfohlen, an öffentlichen Orten und in Transportmitteln besonders wachsam zu sein. Kriminalität In ganz Chile - insbesondere in der Innenstadt und dem Stadtteil Bellavista von Santiago, sowie in Valparaíso, Viña del Mar, Calama und San Pedro de Atacama - kommt es regelmäßig zu Rucksack- und Taschendiebstahl bei Touristen, häufig unter Gewaltanwendung. Die Täter verwenden manchmal sog. K.O.-Tropfen bzw. Nervengifte, die die Opfer für mehrere Stunden handlungsunfähig machen. Eine weitere Variante ist der sogenannte Vogelkot-Trick. Touristen wird dabei eine nach Vogelkot riechende breiige Flüssigkeit übergeschüttet. Umgehend leisten Umstehende „Hilfe" beim Reinigen. Währenddessen nutzen deren Komplizen die Ablenkung der Betroffenen blitzschnell zum Diebstahl. Bitte versuchen Sie daher Abstand zu halten und, sofern möglich, sofort den Ort des Geschehens zu verlassen. Einbrüche in Mietwagen sind keine Seltenheit mehr. Zunehmend kommt es auch zu Überfällen auf wartende PKWs an Kreuzungen und Ampeln. Die Täter schlagen die Autoscheibe ein, um z. B. Taschen vom Beifahrersitz zu entwenden. Taschen und Wertgegenstände sollten möglichst an einem von außen nicht sichtbaren Ort verstaut werden. . Darüber hinaus werden parkenden Mietwagen die Reifen zerstochen. Während Umstehende „Hilfe" leisten wollen und die Betroffenen in ein Gespräch verwickeln, nutzen deren Komplizen die Lage für einen Diebstahl aus. Bringen Sie in solchen Situationen Ihre Wertsachen in Sicherheit und verlassen Sie umgehend den Ort des Geschehens. Wegen der Panne sollten Sie die Mietwagenfirma unterrichten, die Ihnen ggfls. einen Abschleppdienst empfehlen kann. In Busbahnhöfen, an öffentlichen Plätzen,  am Strand, in Restaurants, Cafés und Supermärkten sowie bei Metrofahrten sollte man sein Gepäck bzw. seine persönliche Habe nicht aus den Augen lassen und möglichst immer in unmittelbarer Nähe haben. Insgesamt ist große Vorsicht geboten. Insbesondere Reisepässe, Führerscheine, Flugtickets und Geld/ Kreditkarten sollte man im Hotel verschließen oder sicher am Körper tragen. Vulkanausbrüche/Erdbeben Die Mitte 2015 beobachteten Aktivitäten der Vulkane Villarica  und Calbuco  sind wieder abgeklungen. Dennoch ist weiterhin Vorsicht geboten, da sich die Situation vor Ort kurzfristig ändern kann. Etwaigen Anordnungen der lokalen Behörden ist stets Folge zu leisten. In den letzten Jahren waren darüber hinaus folgende Vulkane aktiv: -Vulkan Llaima im Nationalpark Conguillío in der Región de la Araucania (häufige Ausbrüche, zuletzt 2008 und 2009) -Vulkan Chaitén in der Región de los Lagos (letzter Ausbruch 2008) -Vulkan Puyehue in der Región de los Riós (letzter Ausbruch 2011) -Vulkan Lascar in der Región de Antofagasta (vermehrte vulkanische Aktivität Ende 2011) -Vulkan Hudson in der Región de Aysén (vermehrte vulkanische Aktivität Ende 2011) -Vulkan Copahue in der Región de Bío-Bío (vermehrte vulkanische Aktivität im Mai 2013) Chile ist ein erdbebengefährdetes Land, in dem  immer mit unvorhersehbar einsetzender tektonischer und vulkanischer Aktivität gerechnet werden muss. Das jüngste schwere Erdbeben ereignete sich am 16.09.2015 mit einer Stärke von 8,4 auf der Richterskala und betraf insbesondere die nördliche Region Coquimbo. Das Beben forderte 13 Todesopfer. Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 8,2 auf der Richterskala  am 1. April 2014 im Norden Chiles (Regionen Arica y Parinacota, Tarapacá und Antofagasta) gab es sechs Todesopfer. Kleinere Beben sind an der Tagesordnung. Reisende sollten sich deshalb  mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben und insbesondere daraus resultierenden Tsunamis vertraut machen. Bei dem letzten Beben wurden aufgrund der Tsunamiwarnung innerhalb kürzester Zeit knapp 1 Million Personen entlang der gesamten chilenischen Küste evakuiert.  Weitere Hinweise unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://bib.gfz-potsdam.de/pub/schule/merkblatt_erdbeben_0209.pdf  Auf der Website der chilenischen Katastrophenschutzbehörde Onemi finden sich ständig aktualisierte Informationen unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.onemi.cl. Gefährdung durch Landminen Unter der bis 1990 herrschenden Militärregierung wurden im gesamten Grenzgebiet zu den Nachbarstaaten, an verschiedenen kleineren Inseln in der XII. Region sowie in der V. Region (Sector San Antonio – Tejas Verdes) fast zweihunderttausend Landminen verlegt. Die chilenische Regierung hat bereits vor mehreren Jahren die Räumung dieser Landminen veranlasst. Die Räumung ist an der Grenze zu Argentinien abgeschlossen, kommt aber im Norden und insbesondere an der Grenze zu Peru nur langsam voran. Aufgrund schwerer Regenfälle im Februar 2012 wurden einige Minen im Küstenbereich an der Grenze zu Peru an die Strände geschwemmt. Auf den öffentlichen Straßen und Wegen wurden die Landminen geräumt. Allerdings ist die Kennzeichnung der Minenfelder nicht flächendeckend sichergestellt bzw. in unwegsamem Gelände nicht vorhanden. Insbesondere in abgelegenen Gegenden sollten Reisende sich in diesen Gebieten nur auf befestigten Straßen und Wegen bewegen. Weltweiter Sicherheitshinweis Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten: Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/WeltweiterSiHi_node.html