Wasser

Der größte Teil der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt, dennoch ist Wasser eine der wichtigsten Ressourcen unserer Erde, denn nur 0,3 % der weltweiten Wasservorräte sind als Trinkwasser verfügbar. 

Zur Ermittlung des absoluten Trinkwasserverbrauchs werden folgende Verbraucher einbezogen: Bürogebäude, Terminals, Wohnungen, Hallen, Hotels, Gastronomie, Tankstelle, Tower, Waschplätze, Flugzeugenteisung, Flächenenteisung, Wasserversorgung der Flugzeuge, Springbrunnen, Grünanlagen, Parkhäuser und Klimaanlagen.

Das Aufkommen an Abwasser steht in direktem Zusammenhang mit dem Verbrauch von Trinkwasser und ist  jährlichen Schwankungen unterworfen.

Bestimmte Abwässer müssen vor der Einleitung ins städtische Schmutzwassernetz aufbereitet werden.
Zwei- bis sechsmal jährlich werden diese Abwässer der Indirekteinleitung von der Stadt Langenhagen überprüft und die Proben durch ein von der Stadt beauftragtes Labor analysiert.

Diese Berichte werden von den Gewässerschutzbeauftragten ebenfalls be-  gutachtet. Bei Verdachtsmomenten werden eigeninitiativ Untersuchungen des Abwassers durchgeführt.

Regenrückhaltebecken und Gräben


Die Gewässerqualität wird durch wöchentliche Messungen überprüft. 

Die Messdaten werden dokumentiert und stehen der Wasserwirtschaft und den Gewässerschutzbeauftragten zur Verfügung.
Die Häufigkeit der Gewässerkontrolle erfolgt in Abhängigkeit von der Wetterlage und Enteisungssituation, so dass die Kontrollen während der Winterperiode häufiger durchgeführt werden.

Flugzeugenteisung


Damit ein Flugzeug sicher starten kann, muss es im Winter enteist werden.
Durch Eis erhöht sich das Gewicht aber auch bewegliche Teile können blockiert werden.
Bei der Flugzeugenteisung wird deshalb ein heißes Glykol-Wasser-Gemisch auf die Maschinen aufgetragen.
Das abtropfende Wasser wird zu 100% aufgefangen, zur Kläranlage Langenhagen geleitet oder als Kohlenstoffträger verwertet.
Von der Flugzeugenteisung geht somit keine Gewässerbelastung aus.

Flächenenteisung


Am Hannover Airport werden innovative Bodenfilteranlagen eingesetzt.
Ziel ist die Reinigung von belastetem Oberflächenwasser, welches in der Folge der Enteisung der Flugverkehrsflächen entsteht.
Die Vorfelder, Zurollbahnen und die Nordbahn werden auf dem Flughafen Hannover mit einem Kalium-Formiat-Produkt enteist.
Das Produkt vermischt sich mit dem Niederschlagswasser und wird über die Regenwasserkanalisation den neuen Behandlungsanlagen zugeführt.

Formiat ist das derzeit umweltfreundlichste Produkt, da es in Fließgewässern zu der vergleichsweise niedrigsten Belastung führt.
Durch die Bodenfilteranlage wird zudem die verbleibende Formiatbelastung biologisch abgebaut.

Es gibt zurzeit drei Anlagenstandorte.
Hier wird das Enteisungsabwasser der Nordbahn, von Zurollwegen und von Teilen des zentralen Vorfeldes gereinigt.
Die Einzugsgebietsfläche ist etwa 3,0 km² groß. Die Anlagen selbst haben eine Fläche von etwa 10.000 m² je Standort.

Bodenfilteranlage


Statt Bodenfilteranlage werden auch häufig die Begriffe „Wurzelraum-kläranlage“, „Ökotechnische Kläranlage“ oder „Pflanzenkläranlage“ verwendet.

Die Anlagen bestehen aus drei Verfahrensstufen:

  1. Abscheidebecken, in dem sedimentierbare Stoffe entfernt und Leichtstoffe (z.B. Kerosin) abgeschieden werden. Gesamtoberfläche ca. 200 m².
  2. Speicherbecken, die zur optimalen Beschickung der eigentlichen Bodenfilter dienen. Außerdem werden hier, je nach Niederschlagsereignis, die unterschiedlich hohen Wassermassen gespeichert. Gesamtvolumen der vier Speicherbecken 52.000 m³.
  3. Der Bodenfilter besteht aus 8 Filterbeeten mit insgesamt 10.300 m² Oberfläche. Die Filterbeete bestehen aus verschiedenen, insgesamt ca. 1,2 m starken Bodenschichten und Schilfpflanzen. Der Filtersand wird vertikal von oben nach unten durchströmt. Das Wasser wird mit einem Pumpwerk auf die Filterbeete in Intervallen oberflächlich aufgetragen und am Grund der Filter mittels entsprechender Drainagen gefasst. Der Abbau der Inhaltsstoffe erfolgt durch Mikroorganismen, die sich im Bodensubstrat und im Wurzelraum der Schilfpflanzen ansiedeln. Das gereinigte Wasser wird in die Gewässer Mühlengraben und Scheidegraben eingeleitet.

Ergänzt wird die Anlage durch eine umfangreiche Mess- und Regelungstechnik. Sie stellt sicher, dass die Filterbeete optimal bewirtschaftet und die behördlich vorgegebenen Ablaufwerte sicher eingehalten werden. 
Die Kosten  für alle Anlagen zusammen betragen etwa 12 Mio. Euro. Wegen des wegweisenden innovativen ökologischen Konzeptes wurde die Gesamt-maßnahme von der EU mit 1 Mio. Euro gefördert.
Der Reinigungsgrad ist weitaus besser als behördlich gefordert.

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